Ausrüstung für die HDR-Immobilienfotografie

HDR-Fotografie ersetzt die Notwendigkeit einer Lichtausrüstung, wenn du Fotos von einem Immobilieninnenraum machen möchtest, durch dessen Fenster helles Tageslicht scheint. Mit HDR nimmst du mehrere Belichtungen auf - kurze Belichtungen für die hellen Bereiche (Fenster) und lange Belichtungen für die dunklen Bereiche (Innenraum).

Um HDR Fotos zu machen, brauchst du nur eine Digitalkamera und wahrscheinlich ein Stativ.

Kamera

Die Kamera kann eine DSLR oder spiegellose Kamera sein. Die meisten Kompaktkameras sind der Aufgabe nicht gewachsen, da sie keine Belchtungsreihenautomatik bieten.

Das wichtigste Merkmal, auf das du bei HDR achten solltest, ist, ob die Kamera Belichtungsreihenautomatik (AEB = Automatic Exposure Bracketing) bietet. Mit einer Belichtungsreihenautomatik macht die Kamera drei oder mehr Belichtungen, wenn du den Auslöser drückst.

Während du mit jeder Kamera mehrere Belichtungen manuell machen kannst, macht die Belichtungsreihenautomatik den Prozess einfacher und schneller.

Die meisten DSLR- und spiegellosen Kameras verfügen über eine Belichtungsreihen-Funktion. Die Belichtungsreihenautomatiken unterscheiden sich jedoch je nach Kamera voneinander.

Für Innenaufnahmen solltest du eine Kamera wählen, die dir mindestens 3 Aufnahmen in 2 EV-Schritten ermöglicht (oder mindestens 5 Aufnahmen in 1 EV-Schritten bei Kameras, die maximal 1 EV bieten). Während einige Kameras AEB in 3 EV-Schritten anbieten, empfehlen wir ein Maximum von 2 EV für gute Ergebnisse.

Beachte jedoch, dass du möglicherweise 5 oder mehr Aufnahmen in 2 EV-Schritten (oder 9 oder mehr in 1 EV) für Innenräume benötigst, die recht dunkel sind und ein Fenster haben, durch das helles Licht in den Raum fällt.

Ein sachkundiger Fachverkäufer im Fotogeschäft kann dir Fragen zur Belichtungsreihenautomatik beantworten und dir helfen, eine Kamera mit ausreichenden Belichtungsreihen-Funktionen auszuwählen. Du kannst die AEB-Möglichkeiten vieler Kameramodelle auch auf der AEB-Einstellungsliste überprüfen.

Wenn die von dir verwendete Kamera keine automatische Belichtungsreihen-Option bietet, kannst du HDR-Fotos trotzdem manuell aufnehmen, indem du die Verschlusszeit für jede Aufnahme anpasst. Hierfür benötigst du ein Stativ und am besten einen Fernauslöser, um Kamerabewegungen bei längeren Belichtungen zu vermeiden.

Fazit:

  • Jede DSLR oder spiegellose Kamera funktioniert für HDR
  • Es ist besser, wenn die Kamera Belichtungsreihenautomatik (AEB = Automatic Exposure Bracketing) bietet.
  • Idealerweise sollten die AEB-Einstellungen 5 Aufnahmen in 2 EV-Schritten (oder 9 Aufnahmen in 1 EV-Schritten) erlauben

Stativ

Ein Stativ ist für Innenaufnahmen sehr zu empfehlen und wird benötigt, wenn:

  • Deine Kamera keine AEB-Option bietet...

ODER

  • Die Belichtungsreihen-Funktionen der Kamera nicht ausreichen, um alle Aufnahmen in einer Belichtungsreihe zu machen...

ODER

  • Der Raum, den du fotografierst, relativ dunkel ist.

Wann immer es möglich ist, verwende ein Stativ. Du wirst lange Verschlusszeiten einsetzen, um die dunklen Bereiche des Raumes korrekt zu belichten und die überbelichteten Fotos würden dann unscharf, wenn du sie aus der Hand ohne Stativ aufnehmen würdest.

Wenn du kein Stativ hast, dann versuche etwas zu finden, das flach und stabil ist, wie z.B. einen Tisch oder ein Bücherregal, und stelle deine Kamera darauf. Achte darauf, dass sie darauf felsenfest steht. Halte die Kamera zusätzlich fest und vermeide jede andere Bewegung, während du den Auslöser drückst.

Viele Stative werden mit einem Stativkopf geliefert, andere bestehen nur aus drei Beinen mit einer Schraube an der Spitze. Zur Anbringung der Kamera wird dann noch ein Stativkopf benötigt. Achte darauf, dass du einen Stativkopf bekommst, der es dir ermöglicht, die Kamera leicht zu neigen, zu schwenken und in Waage zu bringen (nach Links und Rechts zu kippen), ohne jedesmal die Beine ein- oder herausfahren zu müssen. Normalerweise ist das ein sogenannter "Kugelkopf".

Objektiv

Auch wenn das Objektiv kein auf die HDR-Fotografie beschränktes Thema ist, so ist die Wahl des Objektivs doch eine sehr wichtige Überlegung bei der Fotografie von Innenräumen.

Verwende ein Weitwinkel- oder sogar ein Ultraweitwinkelobjektiv, um den ganzen oder zumindest den größtmöglichen Teil des Raumes einzufangen. Für Innenräume geeignete Objektive können eine Brennweite von 12mm aufwärts bis 24mm aufweisen. Das weiteste Objektiv, also das mit einem kleineren Brennweitenwert (z.B. 12mm), ist für kleine Räume wie Bäder oder Nebenräume erforderlich.

Wenn du dich für ein Objektiv von etwa 12-24mm entscheiden möchtest, beachte, dass sich diese Angabe auf die "Bildweite" beim "Äquivalent" zu einer Vollformatkamera bezieht. Die Objektivbrennweiten für die Innenraumfotografie müssen bei Kameras mit kleineren Sensoren geringer sein. Wenn du die vorstehenden Begriffe in Anführungszeichen im Fotogeschäft nennst, wird jeder Fotofachverkäufer damit etwas anfangen und dich dahingehend beraten können.

Während Weitwinkel- und Ultraweitwinkelobjektive zwar sehr gut weite Motive einfangen können, haben diese auch einige Nachteile.

So können zum Beispiel gerade Linien krumm und verzerrt dargestellt werden oder du kannst an manchen Kanten magenta-/grünfarbene Farbsäume im Bild beobachten. Das kann selbst bei den besten Objektiven vorkommen, aber zum Glück können diese Objektivfehler - oft sogar automatisch - beim Entwickeln korrigiert werden.

Weitere Informationen zur Ausrüstung findest du unter Kamera- und Fotoausrüstung für Immobilienmakler.

WEITER: HDR-Tutorial